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Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen

Von der einstigen eleganten Anmut und Schönheit der Edelkatze Cleopatra war nicht mehr viel zu sehen. Das Haarkleid struppig und ungepflegt, die Figur ohne Fasson, der Blick trübe, die Bewegungen langsam und über allem ein penetranter Mundgeruch, der förmlich den gesamten Körper zu umwölken schien. Cleopatra, das ehemalige Flaggschiff einer Edelkatzenzucht, war im gar nicht mal so hohen Alter von sieben Jahren zusehends innerhalb weniger Wochen körperlich verfallen, müde und antriebsarm geworden. Auch bestes Futter ließ sie fast angewidert zurückgehen. Die Tage verbrachte sie meistens mit Schlafen und Träumen von besseren Zeiten. Nur das Trinken war in haltloses Saufen umgeschlagen. Ein besorgniserregender Zustand! Also, ab zum Tierarzt! Die Diagnose war schnell gestellt: Chronische Niereninsuffizienz!

Die CNI ist eine langsam voranschreitende, die Nieren unheilbar schädigende Erkrankung, welche erst dann bei der Katze beobachtet wird, wenn schon etwa 70% des Nierengewebes zerstört sind. Dann kommt es zum allmählichen Anstieg des Harnstoffs im Blut und damit zu einer Harnstoffvergiftung. Das mit der Atemluft abgeatmete Ammoniak erzeugt den typischen üblen Mundgeruch.

Die Ursachen können vielfältiger Art sein. Alter, Genetik, Klima und Ernährung, Mundhöhlenerkrankungen, Viruserkrankungen, sowie Bluthochdruck und Zuckerkrankheit, auch Harn- und Blasensteine können im komplexen Krankheitsgeschehen eine Rolle spielen. Viele Rassekatzen wie Maine Coon, Abessinier, Siamesen u.a. leiden unter der CNI, aber auch die oberbergische Bauernkatze muss sich besonders im Alter mit dem Nachlassen der Filtrationsleistung der Nieren arrangieren. Und das heißt: Eine strenge nierenschonende Diät ist ab sofort angesagt!

Das Ausmaß der Nierenerkrankung lässt sich nur im Bluttest eindeutig erfassen. Je früher sie erkannt wird, um so erfolgreicher ist die Therapie.

Eine nierenheilende Therapie gibt es jedoch nicht. Allerdings kann das Fortschreiten der Erkrankung durch unterstützende Medikamente in Verbindung mit einer eiweißarmen Diät und unbegrenztem Wasser- angebot verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Regelmäßige Blutuntersuchungen können, ohne größeren Aufwand, Aufschluss über den Erfolg der Therapie geben und so Cleopatra noch eine leidensfreie Zeit ermöglichen.

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