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Impfungen beim Pferd

Gegen welche Erkrankungen kann man impfen, was ist sinnvoll und wie muss ein Pferd geimpft sein, damit es auf einem Turnier starten kann? Warum wird überhaupt geimpft?

Fangen wir mit der letzten Frage an. Impfungen werden immer nur gegen solche Erkrankungen entwickelt, die unheilbar sind oder schwere Spätfolgen hinterlassen. Wir Tierärzte sind sehr froh, wenn wir einen wirksamen Impfstoff zur Hand haben, denn wer schon unheilbar erkrankte Tiere und das damit verbundene Leid gesehen hat, weiß die einfache und wirksame Vorbeugung durch Impfstoffe zu schätzen. Die auf dem Markt befindlichen Impfstoffe für Pferde sind allesamt gut verträglich, und auch Kombinationsimpfungen belasten ein Pferd nur einen Bruchteil so stark wie irgendeine Erkrankung.

Die wichtigste Impfung ist die Tetanusimpfung. Im Gegensatz zu Hund und Katze sind Pferde äußerst empfindlich für die im Boden vorhandenen Tetanuserreger. Tetanus verläuft fast immer tödlich. Heilungsversuche sind sehr teuer und meist doch vergebens.

Tollwut ist eine ebenfalls tödlich verlaufende Erkrankung. Ihr kann durch eine jährliche Impfung wirksam vorgebeugt werden. Im Oberbergischen Kreis gab es erfreulicherweise in den letzten Jahren keinen bekannten Tollwutfall.

Equine Influenza ist die Pferdeform unserer Grippe. Sie führt zu schweren Lungenentzündungen und kann als Folge unheilbare Stauballergien nach sich ziehen. Auch Influenza ist nicht ursächlich zu behandeln. Sie ist eine hochansteckende Erkrankung, weshalb die Impfung gegen Influenza von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung für einen Turnierstart vorgeschrieben ist. Dafür muss das Pferd zweimal im Abstand von 4-8 Wochen geimpft werden. Frühestens 14 Tage nach der 2. Impfung darf es auf einem Turnier starten. Regelmäßige Wiederholungsimpfungen müssen im Abstand von 6 Monaten +/- 28 Tagen durchgeführt werden.

Parallel zur Influenza wird häufig gegen die Equinen Herpesviren mitgeimpft. Herpesinfektionen führen beim Pferd zu den gefürchteten seuchenhaften Verfohlungen und zu Atemwegsinfektionen. Die Herpesinfektion beim Pferd ist besonders tückisch. Wie beim Menschen auch, bleiben Herpesviren nach einer Infektion im Körper und können durch Stresssituationen wie einen Stallwechsel wieder aktiv werden und zu einer neuen Erkrankung führen. Jedes vermeintlich gesunde Pferd kann Herpesviren in sich tragen. Einen Schutz vor der Aktivierung „schlafender“ Herpesviren sowie vor einer Neuinfektion bietet allein die Impfung.

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